Die besten Komödien der letzten 10 Jahre

Gerade im Lauf der letzten Jahre bewegten sich Komödien, sofern sie nicht einen kindgerechten und niedlichen Zuschnitt hatten, vor allem im Bereich der sogenannten “Romantischen Komödie”. Dieses Genre richtete sich vornehmlich an Frauen und bediente Klischees, griff in die Slapstickkiste und ließ vor allem viel Raum für romantische Gefühle und das vorhersehbare Happy End.
Angenehm fiel aus dieser monotonen immer gleich verlaufenden Storyline Nicholas Tollers Komödie “Nie wieder Sex mit der Ex” heraus, für die How I Met Your Mother-Star Jason Segel das Drehbuch lieferte und die männliche Hauptrolle übernahm. Obwohl vordergründig das Konzept der herkömmlichen Romantischen Komödie übernommen wurde, wusste der Film durch überraschende Momente, Charme, Esprit und vor allem durch seine herausragenden Schauspieler zu überzeugen. Im Schlagabtausch mit den männlichen Darstellern agierten Kristen Bell und Mila Kunis souverän und zielsicher. Für die eigentlichen Lacheffekte sorgte aber neben Segel vor allem Russell Brand, der Ehegatte der Sängerin Katy Perry. Als lässiger Rockstar Aldous Snow verkörperte der großgewachsene Beau eigentlich eine Nebenrolle, stahl jedoch durch seinen ureigenen Witz und sein schauspielerisches Talent seinen Kollegen gekonnt die Show.
Brand spielte so überzeugend, dass er prompt seinen eigenen Film erhielt, die urkomische und schrille Komödie “Männertrip”, in der er wiederum den schrägen Musiker Aldous Snow spielte. Die Story um Snow und seine Band Infant Sorrow, die einem Musiklabel (an dessen Spitze selbstironisch P. Diddy Seitenhiebe auf sein reales Leben einflicht) zu Verkaufszahlen und sich selbst zu einem Comeback verhelfen sollen, ist ebenso spritzig wie unterhaltend und untermalt durch einen rockigen Soundtrack, der Infant Sorrow wohl im realen Leben in die Charts katapultiert hätte.
Nachdem Brands Kapital und Talent erkannt worden waren, bekam er auch in der schrägen Komödie “Arthur” eine Rolle als verwöhnter Millionärssohn auf den Leib geschneidert, der das Leben als Spiel betrachtet und neben einer attraktiven Stadtführerin einzig seiner Nanny (very british und charmant wie immer: Helen Mirren) warmherzige Gefühle entgegenbringt.
Auch der überaus erfolgreiche Film “Hangover”, der mittlerweile bereits eine Fortsetzung fand, überzeugte durch eine innovative Story und die Abwendung von Romantik und Monotonie. Ein Junggesellentrip, der aus den Fugen gerät und seine Teilnehmer im absoluten Chaos zurücklässt, lockte Millionen Zuschauer ins Publikum und ist jederzeit ein Garant für einen unterhaltsamen und witzigen Filmabend mit Freunden.
Dem deutschen Film fehlt die amerikanische Lässigkeit, dafür kann er auf Zwischentöne setzen und auch im Bereich der Komödie durchaus ernste Akzente setzen. Mit “13 Semester” gelang dem deutschen Film ein Überraschungserfolg und ein intelligentes Pendant zur beliebten amerikanischen College-Komödie. Die (Irr-)Wege eines jungen Studenten, der sich neben dem Studium als Vertreter im Schneeballsystem versucht und wegen wilder Parties und Herzensnöten in den Vorlesungen den Faden verliert, ist ebenso kluge wie witzige Unterhaltung für den Komödienliebhaber mit Anspruch.

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