Die 10 besten Filme aller Zeiten

Die Kinocharts kommen und gehen, aber ob ein Film eher gut oder schlecht ist, ist immer eine Geschmackssache, es verhält sich bei der Auflistung der 10 besten Filme aller Zeiten wohl erst recht so. Dennoch gilt es die Meinungen breiter Mehrheiten und sogenannter Experten zu beachten, die in ihrer Gesamtheit eine halbwegs repräsentative Rangfolge ermöglichen.

Platz an der Sonne – und doch hinter dicken Mauern
Die Verurteilten zählt ohne Frage zu den besten Filmen aller Zeiten und landet in vielen Umfragen auf dem ersten Platz – und zwar mit Abstand. Das Gefängnisdrama von 1996 mit Tim Robbins und Morgan Freeman überzeugt durch intelligente Story, dichte Atmosphäre und atemberaubende Spannung.

Silber und Bronze im Doppelpack: Marlon Brandos Vermächtnis
Die ersten beiden Teile der Saga des Paten, gespielt vom großen Brando selbst, machen die Plätze zwei und drei unter sich aus. Und das darf nicht überraschen, schließlich haben die von Zigarrenrauch und Lebensweisheiten geprägten Mafia-Filme das Kino derart beeinflusst, dass es noch heute, 40 Jahre später, deutlich spürbar ist.

Der viertbeste Film: vom Staub umweht
Zwei glorreiche Halunken wurde 1967 gedreht, spielte aber etwa 100 Jahre zuvor, und zwar im Wilden Westen mit Saloons, staubigen Gassen, Klappertüren und vielen anderen Dingen, die nur für echte Männer sind. Als solcher übernimmt Western-Legende Clint Eastwood nur allzu brillant den Part von Blondie, während Eli Wallach sich als Tuco ins Geschehen einfügt: die Geburt eines legendären Leinwandduos.

Normal ist doch langweilig: auch auf Platz 5
Normalität ist ohnehin nichts, womit sich Kult-Regisseur Quentin Tarantino abgibt. Schon mit Pulp Fiction, der abgedrehten, originellen und doch packenden Geschichte über Auftragsmorde und Fußmassagen, deutete Tarantino die Richtung an, die ihn in den Folgejahren zum Weltstar machen sollte.

12 Geschworene auf dem sechsten Platz
Was der Pate für das Mafia- und Gangster-Genre, sind die 12 Geschworenen für juristische Thriller: ganz einfach ein Meilenstein, der seinesgleichen sucht.

Auf Platz 7: die Schatten der Vergangenheit
Schindlers Liste spielt nicht bloß während des Zweiten Weltkriegs, sondern ist sogar einer wahren Geschichte nachempfunden. Mit Liam Neeson in der Hauptrolle sowie Ben Kingsley und Ralph Fiennes als Sidekicks ohne Frage das beste und fesselndste Nazi-Drama aller Zeiten.

Platz 8: Jack Nicholson über dem Kuckucksnest
Auch heute noch werden die Zustände in psychiatrischen Anstalten oft angeprangert – das Drama von Milos Formon deutet filmisch geschickt an, warum.

Zu guter Letzt: epische Helden
Auf Platz 9 findet sich – für viele überraschend – der zur Zeit jüngste Batman-Film namens The Dark Knight, der 2008 die Thematik in ein ganz neues Licht stellte. Abgerundet wird die Top 10 vom dritten Teil der gigantischen Tolkien-Saga, Der Herr der Ringe: die Rückkehr des Königs.

Die besten Dramen der letzten 10 Jahre

Todd Fields “Little Children” ist ein cineastisches Meisterstück, das völlig zu Unrecht kaum Bekanntheit erlangte. Mit seismografischer Genauigkeit beobachtet der Film die bröckelnde Fassade einer nur scheinbar idyllischen kleinen Vorstadt, die von Misstrauen, Angst und Oberflächlichkeit dominiert und zerrissen wird. Eine routiniert agierende Kate Winslet weiß zu überzeugen, verliert aber an Charisma neben dem brillant mimenden Jackie Earl Haley, der mit perfider Präzision einen vorbestraften Kinderschänder spielt, der das Beziehungsdrama eigentlich nur am Rande tangiert.

Gentlemanschauspieler Colin Firth passt perfekt in Jane Austen-Verfilmungen, besitzt aber noch ganz andere Facetten. In “A Single Man” verkörpert er einen homosexuellen Hochschullehrer, dessen große Liebe bei einem Unfall starb. Der Zurückgebliebene muss sich mit seiner neuen Rolle und seinem einsamen Leben identifizieren. Ganz großes Kino ohne jegliches übertriebenes Pathos und Filmszenen, die dem Moment gewidmet sind.
Darren Aronofsky gehört spätestens seit “Black Swan” zu den Großen unter den Regisseuren, cineastische Perlen schuf er jedoch bereits, bevor er Natalie Portman als Schwanenkönigin durch ihre Albtraumwelten tanzen ließ. Neben “Requiem for a Dream“, einem Drogendrama, überzeugte er vor allem durch das Sportlerdrama “The Wrestler“, in dem Mickey Rourke einen abgehalfterten Wrestler am Ende seiner Karriere mimt, der noch einmal zurückkehren will in den Ring und zu seinen größten Erfolgen. Schonungslos und ohne zugespitzte Tragik heischende Effekte zeigt Aronofsky die kaputte Welt des Sportlers, sein emotionales Chaos und seine Träume, die ihn zurück in den Ring führen, für den er nicht mehr geschaffen ist.
Wenn Träume fliegen lernen“, dann führen sie uns ins Nimmerland zu Peter Pan, Wendy und den Verlorenen Jungs. Zumindest geschieht dies im gleichnamigen Filmdrama, das Johnny Depp als Schriftsteller James Matthew Barrie zeigt, der im Laufe des Films seinen größten Erfolg schreiben wird, den Kinderbuchklassiker “Peter Pan”. Den Weg dorthin ebnet ihm der Kontakt mit einer todkranken Witwe und ihren wackeren Jungs, für die er schnell eine Art Vaterersatz wird und denen er die Tragik ihres Schicksals durch Fantasie erleichtern will.
Deutscher Film führt auf der internationalen Ebene eine Art Randexistenz und schien lange Zeit einzig Größen wie Joseph Vilsmaier für wahre Erfolge vorbehalten zu sein. Im Jahr 2006 änderte sich dies durch den Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck, der mit “Das Leben der Anderen” ein international beachtetes Drama über das Leben in der DDR und die Machenschaften der Stasi drehte. Historische Genauigkeit trifft auf sensibel gespieltes menschliches Miteinander, in dem vor allem Martina Gedeck brilliert. Den Gegenpart des Staatssicherheitsbeamten, der das Privatleben belauscht und dabei nicht so kalt bleibt, wie er eigentlich sollte, verkörpert der mittlerweile verstorbene Ulrich Mühe ebenso groß- wie einzigartig.