Die drei teuersten Filme

Obwohl die Produktionskosten eines Filmes keinesfalls etwas über dessen Qualität aussagen müssen, stehen bei Bekanntwerden dennoch stets im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Denn eines ist klar: Auch wenn Spannung und Atmosphäre vor allem eine Frage der Handlung sind, stehen hohe Kosten zumindest für einen großen technischen Aufwand. Heißt im Klartext: für grandiose Spezialeffekte. Ein Blick auf die derzeit drei teuersten Filme ist deswegen umso interessanter.

And the winner is: Fluch der Karibik 3 – Am Ende der Welt
Der dritte Teil der Piratensaga um Captain Jack Sparrow und seine Freunde verschlang stolze 300 Millionen US-Dollar – kein anderer Film war oder ist teurer. Eine besondere Brisanz bekommt das Thema, wenn die Gerüchte bedacht werden, dass die wahren Kosten noch ein gutes Stück höher waren, nämlich insgesamt bei 350 Millionen US-Dollar. Eine wahrhaft ansehnliche Summe, die sich zugegebenermaßen visuell niederschlägt: Stürme auf dem Meer, Seeschlachten und plastische Unterwasserwelten, in denen sich aufwändig gestaltete Kreaturen wie Davy Jones tummeln, tragen maßgeblich zum Mehrwert des Films bei. Das Einspielergebnis bestätigt diese These: Mit etwa 960 Millionen US-Dollar, also beinahe einer Milliarde Dollar, ist Fluch der Karibik 3 nicht nur der teuerste Film aller Zeiten, sondern auch einer der erfolgreichsten.

Die Silbermedaille: Rapunzel – Neu verföhnt
So lustig der Titel des Disney-Films von 2010 klingen soll, so tragisch klingt die Aneinanderreihung der Fakten im Zusammenhang mit dem Film. Zunächst einmal: Mit 260 Millionen US-Dollar ist Rapunzel der zweitteuerste Film aller Zeiten. Dass der Comic allerdings weit davon entfernt war, schwarze Zahlen zu schreiben, setzt diese Zahl in ein ganz besonderes Licht, zeigt sich dadurch doch einmal mehr, dass Zuschauergunst nicht um jeden Preis gekauft werden kann.

Last, but not least: die Spinne zum dritten
Spider-Man 3 war mit 258 Millionen US-Dollar nur unwesentlich billiger als Rapunzel – dafür jedoch umso erfolgreicher. Auf das Einspielergebnis von beinahe 900 Millionen Dollar können Tobey Maguire, Kirsten Dunst und natürlich Regisseur Sam Raimi mehr als stolz sein, findet die Reihe mit dem besten Ergebnis doch einen würdigen Abschluss.

Alternativ dazu: dasselbe Thema aus einem anderen Blickwinkel
Die oben genannten Produktionskosten sind absolute Zahlen, weswegen natürlich stets sehr aktuelle Filme auf den Plätzen zu finden sein werden. Ebenfalls sehr interessant, da von viel größerer Beständigkeit, sind daher die teuersten Filme unter Berücksichtigung der Inflation. Hierbei ergibt sich nämlich eine ganz neue Top 3: Cleopatra von 1963, Titanic von 1997 und Waterworld von 1995 gelten inflationsbereinigt als die teuersten Werke aller Zeiten, auch wenn die Rentabilität dieser Filme – wieder einmal – höchst unterschiedlich war.

Die besten Dramen der letzten 10 Jahre

Todd Fields “Little Children” ist ein cineastisches Meisterstück, das völlig zu Unrecht kaum Bekanntheit erlangte. Mit seismografischer Genauigkeit beobachtet der Film die bröckelnde Fassade einer nur scheinbar idyllischen kleinen Vorstadt, die von Misstrauen, Angst und Oberflächlichkeit dominiert und zerrissen wird. Eine routiniert agierende Kate Winslet weiß zu überzeugen, verliert aber an Charisma neben dem brillant mimenden Jackie Earl Haley, der mit perfider Präzision einen vorbestraften Kinderschänder spielt, der das Beziehungsdrama eigentlich nur am Rande tangiert.

Gentlemanschauspieler Colin Firth passt perfekt in Jane Austen-Verfilmungen, besitzt aber noch ganz andere Facetten. In “A Single Man” verkörpert er einen homosexuellen Hochschullehrer, dessen große Liebe bei einem Unfall starb. Der Zurückgebliebene muss sich mit seiner neuen Rolle und seinem einsamen Leben identifizieren. Ganz großes Kino ohne jegliches übertriebenes Pathos und Filmszenen, die dem Moment gewidmet sind.
Darren Aronofsky gehört spätestens seit “Black Swan” zu den Großen unter den Regisseuren, cineastische Perlen schuf er jedoch bereits, bevor er Natalie Portman als Schwanenkönigin durch ihre Albtraumwelten tanzen ließ. Neben “Requiem for a Dream“, einem Drogendrama, überzeugte er vor allem durch das Sportlerdrama “The Wrestler“, in dem Mickey Rourke einen abgehalfterten Wrestler am Ende seiner Karriere mimt, der noch einmal zurückkehren will in den Ring und zu seinen größten Erfolgen. Schonungslos und ohne zugespitzte Tragik heischende Effekte zeigt Aronofsky die kaputte Welt des Sportlers, sein emotionales Chaos und seine Träume, die ihn zurück in den Ring führen, für den er nicht mehr geschaffen ist.
Wenn Träume fliegen lernen“, dann führen sie uns ins Nimmerland zu Peter Pan, Wendy und den Verlorenen Jungs. Zumindest geschieht dies im gleichnamigen Filmdrama, das Johnny Depp als Schriftsteller James Matthew Barrie zeigt, der im Laufe des Films seinen größten Erfolg schreiben wird, den Kinderbuchklassiker “Peter Pan”. Den Weg dorthin ebnet ihm der Kontakt mit einer todkranken Witwe und ihren wackeren Jungs, für die er schnell eine Art Vaterersatz wird und denen er die Tragik ihres Schicksals durch Fantasie erleichtern will.
Deutscher Film führt auf der internationalen Ebene eine Art Randexistenz und schien lange Zeit einzig Größen wie Joseph Vilsmaier für wahre Erfolge vorbehalten zu sein. Im Jahr 2006 änderte sich dies durch den Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck, der mit “Das Leben der Anderen” ein international beachtetes Drama über das Leben in der DDR und die Machenschaften der Stasi drehte. Historische Genauigkeit trifft auf sensibel gespieltes menschliches Miteinander, in dem vor allem Martina Gedeck brilliert. Den Gegenpart des Staatssicherheitsbeamten, der das Privatleben belauscht und dabei nicht so kalt bleibt, wie er eigentlich sollte, verkörpert der mittlerweile verstorbene Ulrich Mühe ebenso groß- wie einzigartig.

Die besten Komödien der letzten 10 Jahre

Gerade im Lauf der letzten Jahre bewegten sich Komödien, sofern sie nicht einen kindgerechten und niedlichen Zuschnitt hatten, vor allem im Bereich der sogenannten “Romantischen Komödie”. Dieses Genre richtete sich vornehmlich an Frauen und bediente Klischees, griff in die Slapstickkiste und ließ vor allem viel Raum für romantische Gefühle und das vorhersehbare Happy End.
Angenehm fiel aus dieser monotonen immer gleich verlaufenden Storyline Nicholas Tollers Komödie “Nie wieder Sex mit der Ex” heraus, für die How I Met Your Mother-Star Jason Segel das Drehbuch lieferte und die männliche Hauptrolle übernahm. Obwohl vordergründig das Konzept der herkömmlichen Romantischen Komödie übernommen wurde, wusste der Film durch überraschende Momente, Charme, Esprit und vor allem durch seine herausragenden Schauspieler zu überzeugen. Im Schlagabtausch mit den männlichen Darstellern agierten Kristen Bell und Mila Kunis souverän und zielsicher. Für die eigentlichen Lacheffekte sorgte aber neben Segel vor allem Russell Brand, der Ehegatte der Sängerin Katy Perry. Als lässiger Rockstar Aldous Snow verkörperte der großgewachsene Beau eigentlich eine Nebenrolle, stahl jedoch durch seinen ureigenen Witz und sein schauspielerisches Talent seinen Kollegen gekonnt die Show.
Brand spielte so überzeugend, dass er prompt seinen eigenen Film erhielt, die urkomische und schrille Komödie “Männertrip”, in der er wiederum den schrägen Musiker Aldous Snow spielte. Die Story um Snow und seine Band Infant Sorrow, die einem Musiklabel (an dessen Spitze selbstironisch P. Diddy Seitenhiebe auf sein reales Leben einflicht) zu Verkaufszahlen und sich selbst zu einem Comeback verhelfen sollen, ist ebenso spritzig wie unterhaltend und untermalt durch einen rockigen Soundtrack, der Infant Sorrow wohl im realen Leben in die Charts katapultiert hätte.
Nachdem Brands Kapital und Talent erkannt worden waren, bekam er auch in der schrägen Komödie “Arthur” eine Rolle als verwöhnter Millionärssohn auf den Leib geschneidert, der das Leben als Spiel betrachtet und neben einer attraktiven Stadtführerin einzig seiner Nanny (very british und charmant wie immer: Helen Mirren) warmherzige Gefühle entgegenbringt.
Auch der überaus erfolgreiche Film “Hangover”, der mittlerweile bereits eine Fortsetzung fand, überzeugte durch eine innovative Story und die Abwendung von Romantik und Monotonie. Ein Junggesellentrip, der aus den Fugen gerät und seine Teilnehmer im absoluten Chaos zurücklässt, lockte Millionen Zuschauer ins Publikum und ist jederzeit ein Garant für einen unterhaltsamen und witzigen Filmabend mit Freunden.
Dem deutschen Film fehlt die amerikanische Lässigkeit, dafür kann er auf Zwischentöne setzen und auch im Bereich der Komödie durchaus ernste Akzente setzen. Mit “13 Semester” gelang dem deutschen Film ein Überraschungserfolg und ein intelligentes Pendant zur beliebten amerikanischen College-Komödie. Die (Irr-)Wege eines jungen Studenten, der sich neben dem Studium als Vertreter im Schneeballsystem versucht und wegen wilder Parties und Herzensnöten in den Vorlesungen den Faden verliert, ist ebenso kluge wie witzige Unterhaltung für den Komödienliebhaber mit Anspruch.